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18 Jul Interview mit SUP-Profi Noelani Sach

Die Eutinerin Noelani Sach ist eine der besten Stand Up Paddlerinnen Deutschlands, die im letzten Jahr, mit nur 15 Jahren, auf dem vierten Platz der Stand Up World Tour landete. Wir sprachen mit ihr über ihre Konkurrenz, Hawaii und ihren eher ungewöhnlichen Traumberuf…

Hallo Noelani,morgen geht’s beim CAMP DAVID SUP World Cup für die Profis in die Vollen. Wie lief die Vorbereitung?

Seit Ende April habe ich Beach Races, Long Distance und ein Wave Event der Killerfish German SUP Challenge gewonnen (auf Fehmarn, Sylt und Kühlungsborn), bin in Köln bei der Deutschen Meisterschaft des Wellenreit Verbandes Deutsche Meisterin im Sprint und in der Long Distance (14´) geworden und habe das Stand Up World Challenger Event in Sieravuori/Finnland gewonnen. Zurzeit trainiere ich häufig am Naish Pro Center in Pelzerhaken (Ostsee!), da dort ähnliche Bedingungen wie auf Fehmarn sind, besonders meine Beach Starts und Turns.

Was erwartest du vom Fehmarn als Standort, auch im Vergleich zu Hamburg, wo der CAMP DAVID SUP World Cup im letzten Jahr stattfand?

Hamburg war eine tolle Location, besonders durch die Motivation der Zuschauer rund um den Kurs. Die, von den Spundwänden aus mehreren Richtungen zurück geworfenen Wellen, machten das Race dazu auch noch technisch anspruchsvoll. Nun freue ich mich auf das Ostsee Event, da ich am Südstrand auf Fehmarn an einige tolle SUP-Events zurückdenken kann. Auch in Kühlungsborn zeigte die Ostsee, das hier ein tolles Meeresfeeling aufkommen kann.

Mit was für einem Schwierigkeitsgrad rechnest du? So im Vergleich zu den Spots die du im letzten Jahr befahren hast?

Okay, wenn man Fehmarn jetzt beispielsweise mit Hawaii vergleicht, ist die Ostsee natürlich ein halbwegs ruhiges Gewässer. Allein die Wellen sind im Pazifik um einiges höher, wodurch man verstärkt Wave Riding betreiben muss. Allgemein hat aber jeder Spot seine Eigenheiten und Vor- beziehungsweise Nachteile.

Du warst ja bei den vorherigen Stationen der Stand Up World Series nicht dabei…Warum nicht?    

Durch meinen Boardsponsor-Wechsel zu Naish im März nutzte ich meine Zeit zum Training mit dem neuen Material.

Für einen Laien ist ein Board jetzt erstmal nur ein Board. Was gibt es da für Unterschiede?

Ein entscheidender Faktor ist die Form. Mit einem breiten Brett mit hohen Wänden ist es beispielsweise einfacher, das Gleichgewicht zu halten. Ein kleines Brett ist zwar unstabiler, aber da man näher am Körper paddelt kann man eine höhere Geschwindigkeit erreichen.

Schneller ist ein gutes Stichwort. Das letzte Jahr verlief ja sehr erfolgreich für dich. Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen und wie schätzt du deine Chancen ein?

Ja, das letzte Jahr war schon ein großer Erfolg und daran will ich anknüpfen. Die Konkurrenz ist im Vergleich zum letzten Jahr, auch in Deutschland, stärker geworden. Mit dem 5. Platz beim 200m Sprint „Fastest Paddler on Earth“ war ich bei der sehr starken internationalen Konkurrenz sehr zufrieden und so bin ich auf die Teilnehmerinnen hier im Norden sehr gespannt.

Kommen wir mal weg vom World Cup und reden über dich. Ich habe gelesen das du mit vier mit dem Ballett angefangen hast. Wie kommt man vom Parkett aufs Wasser?

Ich habe insgesamt acht Jahre Ballett getanzt, aber mein Vater war schon von Anfang an eng mit dem Windsurfen verbunden. Als aktiver Regatta-Surfer war er unter anderem Sparringspartner bei den olympischen Spielen. Dem Meer war ich schon immer sehr zugetan, auch wenn ich mit dem Windsurfen „erst“ mit 12 Jahren begonnen habe. Bald kamen wir bei Flautentagen auf SUP. Zunächst in der Welle, dann auf dem See zum Racing.

Was bedeutet dir das Stand Up Paddling heute?

SUP Racing bestimmt schon ein wenig unseren Alltag bzw. die Urlaubsreisen unserer Familie. Dieser Sport bietet immer wieder neue Herausforderungen und bringt der gesamten Familie viel Spaß.

Was war dein schönster Moment bisher?

Es gibt sehr viele schöne Momente. Einer davon ist aber auf jeden Fall das Stand Up Series Finale im letzten Jahr in der Turtle Bay auf Hawaii. Das war wirklich ein Traum. Die Natur, die Wellen aber auch die Kultur der Polynesier – das war sehr faszinierend.

Hast du einen Lieblingsspot?

Na klar, mit Sicherheit zählt Turtle Bay zu meinen absoluten Favoriten. Das Resort ist traumhaft gelegen und die Wellen dort super! Auch mein Trainingsrevier Gran Canaria bietet tolle Spots für SUP surfing, Downwinder und natürlich Windsurfen.

Du hast ja mittlerweile schon zwei Wildcards für Fehmarn gewonnen. Schon eine Idee wen du Mitnehmen wirst?

Ja, die werde ich meinem Vater Fritjof geben. Wir trainieren sehr häufig miteinander und haben im letzten Jahr auch beide am World Cup Finale auf Hawaii teilgenommen. Da musste ich nicht lange nachdenken, wem ich die Wildcard überlassen will.

Noch eine Frage zum Schluss, hast Du schon irgendeine Idee, wo du dich in sagen wir 10 Jahren siehst?

Mhhh…das ist schwer zu sagen. Ich hab ja eigentlich nie damit gerechnet, SUP als Leistungssport auszuüben. Schon lange habe ich den Traum, Opernsängerin zu werden und nehme auch weiterhin Gesangsunterricht. Mal abwarten, wie sich beides entwickelt…

Vielen Dank für das Interview und viel Glück beim CAMP DAVID SUP World Cup.