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24 Feb SUPler des Monats – Kai Lenny

Fällt in einem Assoziationsspiel der Begriff Stand Up Paddling wird einem Großteil der sportlichen Community sicherlich sofort ein Name durch den Kopf schießen: Kai Lenny! Warum? Nun, der 23-jährige ist nicht nur einer der Wenigen, die mit dem SUP Board Jaws paddeln und dabei mal eben bis zu 15 Meter hohe Wellen bezwingen, sondern mit sieben Weltmeistertiteln der erfolgreichste SUPler der Welt. Und das, wir wiederholen uns da gerne, mit nur 23 Jahren!

Im kleinen Örtchen Paia im Surferparadies Maui aufgewachsen, verbrachte Lenny seine Kindheit praktisch von Anfang an am Strand des Nordpazifik und mit dem Vornamen Kai, was auf Hawaiianisch so viel wie Ozean heißt, war es kein Wunder, dass der Junge schnell den Weg ins Meer fand und als vierjähriger mit dem Surfen begann. Das Element Wasser wurde schließlich zu seiner „Heimat“ und der Wassersport zu seiner DNS. Mit sechs begann er mit dem Windsurfen, mit sieben schwang er erstmals das Paddel und mit neun Jahren ließ er sich das erste Mal von einem Kite durch die Fluten ziehen. Und das nicht nur um die verschiedenen Sportarten zu testen und sich die beste herauszusuchen. Nein. Durch und durch Wassersportler der er ist, fiel es ihm nicht schwer, vom Windsurfboard zum Kite zu greifen und dennoch die volle Kontrolle über sich und das Material zu behalten. Ein Naturtalent mit einer ganz besonderen Beziehung zum Ozean. Und einer ganz besonderen Beziehung zu der Weltspitze des Wassersports, die sich vor der Küste Mauis tummelt. Robby Naish, Dave Kalama, Buzzy Kerbox und Laird Hamilton waren sowohl Vorbilder, als auch Mentoren für Kai Lenny, der die Tipps und die „Art“ wie die anderen surften, von Kindesbeinen an verinnerlichte. Ein wichtiger Grundstein für das, was Kai Lenny heute zu einem kompletten „Watermen“ macht.

Ein Naturtalen mit einer besonderen Besziehung zum Ozean

Ein Watermen zu sein heißt, sich in allen Wassersportarten gleichermaßen heimisch zu fühlen, weshalb es kein Wunder ist, dass Lenny neben seiner professionellen Karriere als SUPler auch regelmäßig im Ranking der PWA World Tour auftaucht. 2009 landete der damals 16-jährige im Wave auf dem 19. Platz und auch wenn er nun zeitbedingt nicht mehr regelmäßig an der World Tour teilnehmen kann, reichte es im letzten Jahr bei den NoveNove Maui Aloha Classics zu einem imposanten achten Platz. Auf dem Weg dahin hat er übrigens einen gewissen Robby Naish besiegt. Der Schüler schlägt den Meister.

Neben dem Leben als Profisportler engagiert sich „Lil Lenny“, wie er von seinen Freunden genannt wird, für die Arbeit mit Kindern. Dafür ist er Teil der Na Ka Ma Kai und hat zusätzlich seine eigene Organisation „Positively Kai“ gegründet. Hier will er jungen Menschen ein Stück von dem zurückgeben, wovon er in seiner Kindheit profitiert hat und den Kindern die Chance auf eine gute und erfolgreiche Zukunft bieten.

„Es geht nicht um Geld oder Erfolg. Es geht um mich und den Ozean“

Überhaupt ist der 23-jährige jemand, der trotz seiner Erfolge auf dem Boden geblieben ist. „Mir geht es nicht um Preise oder Geld“, sagte er im Interview mit vertra.comIch mache einfach das, was mir Spaß macht. Es geht um mich und den Ozean. Mehr ist nicht wichtig“. Hört man Kai Lenny über den Ozean reden könnte man meinen, als spreche er über einen guten Freund. Einen unberechenbaren jedoch, wie auch er schon feststellen musste, nachdem er nach einem Crash eine knappe Minute unter die Wasseroberfläche gedrückt wurde. „In so einer Situation ist es wichtig sich zu entspannen. Manche Sportler fangen dann an, im Kopf Rechenaufgaben zu lösen, um sich abzulenken. Ich baue in meinem Geist einen Turm aus Legosteinen. Das hilft mir irgendwie“. Wer seit seiner Kindheit mit den größten Wellen der Erde spielt hat also seine ganz eigene Technik, wie er sich in einer solchen Situation verhält. Die Notwendigkeit lange die Luft anhalten zu können, braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden. Neben den unbändigen Wassermassen kann auch das Material zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr werden. Daran wird Lenny täglich durch eine Narbe auf seinem Fuß erinnert, welcher vor einigen Jahren von einer Finne praktisch in zwei Hälften geteilt wurde.

Ein Preis, den er bei all den Besuchen an spektakulären Orten, dem Kennenlernen fremder Kulturen und Menschen und der unbändigen Freiheit auf dem Wasser jedoch gerne in Kauf nimmt.

„Mache das Beste aus deinem Leben, hab viel Spaß und gib niemals auf“. Ein Motto, nach dem der junge Watermen seit seiner Jugend lebt. Der Erfolg gibt ihm Recht!